PROF. DR. PETER RAUE
Notar, Rechtsanwalt und langjähriger Vorsitzender des "Vereins der Freunde der Nationalgalerie"
"Der Witness Berlin e.V geht einen Weg, jungen Menschen zu helfen, ihre kreativen Kräfte sinnvoll, effektiv und zukunftssichernd einzusetzen.
Diesem Weg kann man nur "freie Fahrt", Erfolg und Zustimmung wünschen. Die Schaffens- und Schöpferkraft ungezählter, unbekannter Jugendlicher gerade in Berlin ist das vielleicht größte Kapital, das diese Stadt hat. Der Schatz muss gehoben, gepflegt, gefördert werden.”

PROJEKTE “URBAN LETTERS FESTIVAL”
„Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein“ Lew Kopelow
Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in Textform, in Reimen oder sogar in Sprechgesang verpackt ist. Jung und Alt nutzen die grenzenlosen Möglichkeiten ihrer Sprache, um ihren Meinungen und Gedanken über Politik, Gesellschaft, persönliche Erfahrungen und sich selbst Ausdruck zu verleihen. Der gelernte Umgang mit der Sprache ebnet den Weg für einen Austausch von Gedanken, Ideologien und Meinungen, ist in der Lage, Missverständnisse zu beseitigen und neue Denkprozesse einzuleiten.
Die Grenzen zwischen klassischer Prosa, Gedichten und Raps als Poesie der Neuzeit sind flüssig und doch werden die verschiedenen Elemente in unserer Gesellschaft strikt voneinander getrennt. Dabei ist speziell der Reim in Form von Rap und Poetry Slams heutzutage zu einem Raum herangewachsen, in dem Jugendliche kommunizieren und mit welchem sie sich identifizieren, und eignet sich ideal, um eine Brücke zwischen Subkultur und Hochkultur zu schlagen.
Das ist auch das Anliegen des Vereins zur Förderung von Jugendkultur „Witness Berlin e.V“, der es sich zum Ziel gemacht hat, mit seinem Event „Urban Letters“ die folgenden drei Elemente der Sprachkunst wieder zu vereinen:
POETRY
Klassische Dichtung hat während der letzten Jahre in Form von Poetry Slams in ganz Deutschland enormen Anklang gefunden und sich zu einem erfolgreichen und schnell wachsenden Subgenre der Poesie entwickelt. Der kompetitive Charakter der Veranstaltungen begeistert das Publikum generationsübergreifend und führt somit auch junge Talente wieder an die Kunst der Dichtung heran.
RAP
Rap ist der rythmische und musikalische Umgang mit Wort und Sprache, der als Element der Hiphop-Kultur seit nunmehr knapp 40 Jahren Menschen in aller Welt fasziniert und für die vielfältige Nutzung der Sprache begeistert. Es ist uns wichtig, eine Subkultur, die dank einer kontinuierlichen Fehlrepräsentation in der Öffentlichkeit mit einem negativen Image belegt ist, ins rechte Licht zu rücken. Der Grundgedanke der Hip-Hop-Bewegung lebt vom sozialen Miteinander, dem Zusammenhalt, von Positivität und künstlerischem Ausdruck. Rap zeichnet sich durch eine ungeahnt vielfältige Mischung aus Sprachwitz und Reimdichtung aus.
PROSA
Auch die Prosa-Szene erfuhr kürzlich besonders unter jungen Menschen beeindruckenden Zuwachs. Junge Autoren befreien sich, wie in jeder Generation von den alten Gepflogenheiten und Regeln und nutzen neue Medien für ihre Kunst. Im Internet haben sich Foren für junge Autoren entwickelt, in denen die enorme Spannbreite der modernen Prosa sichtbar wird.
„Urban Letters“ ist eine Veranstaltung zum Mitmachen, Lernen und Genießen. Das ursprünglich aus Frankreich stammende Konzept hat sich als so erfolgreich bewiesen, dass es 2009 erstmalig nach Deutschland übersiedelte. Wir sehen in diesen Rahmen die Chance, altersübergreifend einem interessierten Publikum die Kunstform Text näher zu bringen. Neben einem interaktiven Tagesprogramm mit Workshops und Laboren für Interessierte aller Altersklassen wurden Vorträge über den neuen Umgang mit der Sprache und ein vielfältiges Bühnenprogramm aus Poesie, Rap und Literatur das Event komplettiert.
>> Rückblick: Urban Letters Festival 2010





