PROF. DR. PETER RAUE
Notar, Rechtsanwalt und langjähriger Vorsitzender des "Vereins der Freunde der Nationalgalerie"
"Der Witness Berlin e.V geht einen Weg, jungen Menschen zu helfen, ihre kreativen Kräfte sinnvoll, effektiv und zukunftssichernd einzusetzen.
Diesem Weg kann man nur "freie Fahrt", Erfolg und Zustimmung wünschen. Die Schaffens- und Schöpferkraft ungezählter, unbekannter Jugendlicher gerade in Berlin ist das vielleicht größte Kapital, das diese Stadt hat. Der Schatz muss gehoben, gepflegt, gefördert werden.”

PROJEKTE “RAP DISTRICT”
Rap District 65
Der "Rap District" wurde vor einigen Jahren im Berliner Stadtteil Wedding geboren.
Ein Gruppe Jugendlicher kreierte Rap-Musik und mit wachsendem Erfolg und Selbstbewusstsein nahm auch der Wunsch zu, mehr als nur Musik zu machen.
Mit der Reflexion über ihre eigene Musik machten sie ihre ersten, noch vagen Schritte. Fest stand anfangs nur: Die Hip-Hop-Kultur ist die heute bei weitem populärste Jugendkultur weltweit. Sie eignet sich ideal als Medium, um Kindern und Jugendlichen sowohl soziale und emotionale Kompetenzen wie auch theoretisches und praktisches Wissen zu vermitteln. Mit ihrer Hilfe kann sogar über das gesprochen werden, was die Zielgruppe in ihrem Innersten bewegt, darüber zu reden unter Ihresgleichen jedoch als tabu gilt: Schwächen, Ängste und Träume.
Das weiß die Kerngruppe nur zu gut. Mit ihrem reichhaltigen multikulturellen Background wollen sie nun auch ihren Teil zur Aufklärungsarbeit und Bildung junger Menschen ihres Kiezes beitragen.
Die ersten Schritte
Die Initiatoren von »Rap District« haben sich zum Ziel gesetzt, sowohl männliche wie auch weibliche Kinder und Jugendliche des Kiezes dabei zu unterstützen, ein selbständiges, sozial verträgliches und legales Leben zu führen; vor allem solche, die meist nur als "Totalverweigerer" oder als Kriminelle wahrgenommen werden. Die Teilnehmenden werden dabei unterstützt, ihre eigenen Potenziale zu entdecken und reflektiert zu nutzen. Ihre Musik ist dabei als Zugangs- und Übergangsmedium gedacht. Darum werden sie mittels verschiedener Intensivpraktika angeleitet, anspruchsvolle Tonstudiotechnik zu beherrschen. Gangway e.V. und Witness Berlin e.V. werden das Projekt mit vereinten Kompetenzen begleiten, um den Teilnehmenden in ihrer neuen Entwicklung mit professioneller Beratungskompetenz zur Seite zu stehen.Zusätzlich wird in den Projekt-Räumen ein Büro entstehen, in dem wöchentliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern des Kiezes gemacht werden. Darüber hinaus wird eine wöchentliche Berufsberatung durch erfahrene Mitarbeitende des Gangway "JobInn"-Teams angeboten.
Die praktische Gestalt
Im Sommer 2009 hat eine achtköpfige Gruppe den ersten sechsmonatigen Ausbildungsabschnitt in den Fachbereichen Digitales Design/Grafik, Tontechnik, Hip-Hop/Rap, Live-Performance und Business-Basics bereits begonnen.
Mindestens zwei Fach-Workshops à 2,5 Stunden sind für jeden Teilnehmenden pro Woche zu absolvieren.
Die Gruppe ist multikulturell besetzt (Libanesisch, Türkisch, Kurdisch, Deutsch) und wird während des gesamten Prozesses durch Fachkräfte u.a. aus den Bereichen Event-Management, Grafik & Design, Business, Marketing, Audio-Engineering, Performance und Business- & Life Coaching begleitet. Regelmäßige Treffen werden das Forum für interkulturellen Austausch bieten. Gemeinsam definierte Regeln sollen den Zusammenhalt der Gruppe wie auch das demokratische Verständnis der Einzelnen fördern. Ende des Jahres werden diese Jungendlichen außerdem geeignete Räume gestalten, die als "Rap District-Location" künftig u.a. für eine sinnvolle Freizeitgestaltung genutzt werden können. Auf diesem Weg soll darüber hinaus den Auszubildenden eine Brücke in ein geregeltes Berufsleben
ermöglicht werden.
Nach der Herrichtung der Räumlichkeiten wird die Installation des Tonstudios erfolgen. Wer es nutzen möchte, "bezahlt" mit gemeinnützigen, sozialen Diensten anstatt mit Geld.
Die mutige Vision
Rap District soll so wie es begonnen hat weiter wachsen: durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, musikalische Präsenz im Kiez und Mund-zu-Mund-Propaganda werden die bereits Ausgebildeten auf sich aufmerksam machen. Ihr Ziel wird jedoch nicht nur der eigene Ruhm sein. Als Multiplikatoren sollen sie weitere Jugendliche für Workshop-Angebote, Open Spaces und mehr gewinnen. Interessierten wird die Teilnahme am Ausbildungsprojekt angeboten.






